Überlandhilfe Fachberater Chemie
Beschreibung
Kurz nach 13.00 Uhr entsorgte ein Mitarbeiter des Betriebs ein demontiertes Zählwerk. Das Gerät, vermutlich schon mehrere Jahrzehnte alt, zerbrach beim Entsorgen und es trat Quecksilber aus. Geistesgegenwärtig verließ der Mitarbeiter den Gefahrenbereich und alarmierte die Feuerwehr.
Die Integierte Leitstelle Ostwürttemberg alarmierte gemäß dem Stichwort “GG6 – Gefahrgutunfall groß” die örtlich zuständige Feuerwehr Hermaringen, die Überlandhilfe aus Giengen, sowie den Gefahrgutzug des Landkreises (stationiert bei der Feuerwehr Heidenheim), die Führungsgruppe des Landkreises (stationiert bei der Feuerwehr Herbrechtingen) und den Fachberater Chemie, sowie die untere Wasserschutzbehörde (Landratsamt Heidenheim).
Vor Ort angekommen, hatten die Mitarbeiter des Betriebs den Gefahrenbereich bereits abgesperrt und evakuiert. Die Einsatzstelle lag im Freien auf einem durch eine Betonplatte befestigten Entsorgungsplatz.
Ein Angriffstrupp unter schwerem Atemschutz erkundete die Lage und konnte etwa 100ml ausgelaufenes Medium feststellen. Dies meldete er der Einsatzleitung. Da die Flüssigkeit sich weder durch verdampfen verflüchtigte, noch durch die Betonplatte in die Umwelt sickern konnte, wurde die Lage als statisch bewertet. Ein Nachfließen des Mediums konnte ebenfalls ausgeschlossen werden.
Die Kräfte des angerückten Gefahrgutzuges rüsteten sich mit leichten Chemikalienschutzanzügen aus und bereiteten eine Probenentnahme vor. Der ebenfalls an der Einsatzstelle befindliche Fachberater Chemie konnte den Einsatzkräften bestätigen, dass es sich um Quecksilber handelte.
Die größeren Stoffreste, welche sich Tropfenförmig auf dem Boden sammelten, konnten mit einfachen Mitteln und in einen Spezialbehälter umgefüllt werden.
Weitere Stoffanhaftungen am Stapler und dem Entsorgungscontainer mussten mittels eines speziellen Chemikalienbinders aufgenommen werden. Dieser wurde von der Werkfeuerwehr Zeiss aus Oberkochen zur Einsatzstelle transportiert.
Zwischenzeitlich hatte die Einsatzleitung Kontakt zur TUIS-Leitstelle und der Werkfeuerwehr BASF Ludwigshafen hergestellt, um sich über das weitere Vorgehen mit dem hochgiftigen Stoff beraten zu lassen.
Um das Verschleppen bzw. Ausschwämmen letzter Quecksilberreste durch Regen zu verhindern, wurde mit Hilfe eines örtlichen Holzbauunternehmens ein provisorisches Dach über Container und Stapler errichtet. Nach Abschluss dieser Maßnahme konnte die Einsatzstelle dem Betreiber übergeben werden, der nun eine Spezialfirma mit der Grundreinigung des Containers und des Staplers beauftragen muss.
Schwer verletzt wurde bei Stoffaustritt glücklicherweise niemand. Drei Arbeiter der Entsorgungsfirma wurden nach ersten Erkenntnissen leicht verletzt und kamen am Nachmittag in die Klinik, konnten diese jedoch bereits nach kurzer Zeit am frühen Abend wieder verlassen.
Quelle Text: (MR). Kreisfeuerwehrverband Heidenheim
Einheiten:
- Abteilung Steinheim
- Freiwillige Feuerwehr Hermaringen
- Freiwillige Feuerwehr Heidenheim
- Freiwillige Feuerwehr Giengen
- Freiwillige Feuerwehr Herbrechtingen








